Tipps: Weltküche in Stuttgart

Zuletzt geupdatet: August 15, 2022

Flug gecancelt, Entscheidungsprobleme oder der Bankaccount reicht nur für Nordsee anstatt für Neuseeland? Umso besser, denn Stuttgart bietet unzählige Chancen, die liebste Urlaubsaktivität auch ohne Flugticket zu zelebrieren: Die Reise durch internationale Speisekarten! Wir schenken euch das Ticket für einen Trip durch die vielfältige Weltküche Stuttgarts und stellen euch in den kommenden Wochen Restaurants vor, die mit besonders abwechslungsreicher Kulinarik überzeugen. Dafür haben wir uns nicht nur durch die internationalen Küchen im Kessel durchprobiert, sondern auch mit den Besitzer:innen gesprochen und viel über deren ganz persönliche Welt des Kochens erfahren. Unsere Expedition startet in China – genauer gesagt, in Mala Town. Für den nächsten Stopp reisen wir in den Iran, beziehungsweise in den Stuttgarter Westen zum Safran und Reisen ins kulinarische Vietnam zu Huong Viet. Unser Food-Trip endet bei unseren italienischen Nachbarn in der Trattoria Riva.

Unsere Tipps im Überblick:

Trattoria Riva

Tugce und Jesse blättern durch die Tageskarte – diese ändert sich übrigens täglich!
Beim Antipasti-Teller ist sowohl für Veggies, als auch für Fleisch-Fans etwas dabei.
Jesse probiert sich durch die vielfältigen Vorspeisen.
Es gibt mindestens drei Vorspeisen, drei Pastas – wahlweise mit Fisch, Fleisch oder als Veggie-Option – eine Tagespizza und ein Fleischgericht.
Der bunte Antipasti-Teller überzeugt mit Oliven, Caprese, Veggies, Schinken und Zuccinis.
Tugce lässt sich ihre Spaghetti schmecken.
Die Trattoria verwandelt sich täglich in eine kulinarische Wundertüte...
... denn die Zutaten für Pizza & Co ändern sich sogar zweimal täglich!
„Im Riva bereiten wir auch Gerichte zu, die so nicht auf der Karte stehen", sagt der Betreiber Albino.
Saisonalität und Persönlichkeit stehen im Riva weit über Schnickschnack und Experimentierküche.
„Unsere Idee war damals, Italien nach Stuttgart West zu bringen“, erzählt der Riva-Betreiber Albino.
Adresse:

Senefelderstraße 21

Kategorie:

Italienische Evergreens ohne Schnick-Schnack

Eröffnet:

1992

Onlineauftritt:

Website, Instagram

Preisspanne:

Mittags- und Abendkarte wechselt täglich

Zahlungsmöglichkeiten:

Bar und Karte

Öffnungszeiten:

MO. – FR. 11:30 UHR –14:30 UHR & 18:00 UHR –00:00 UHR, SA. -SO. 18:00 UHR – 00:00 UHR

„Il dolce far niente“ beginnt eine Autobahnausfahrt nach der österreichisch-italienischen Grenze. Wenige Bergtunnel, Kreisverkehre und Italo Disco-Songs später erreichen Mediterran-Fans bereits das verträumte Städtchen Riva del Garda, was bedeutet, dass die Luft schon nach Aperol und Antipasti duftet. Achtung, Verwechslungsgefahr: Riva gibt es nicht nur um die Ecke vom Garda-, sondern auch vom Feuersee! Die Trattoria in der Senefelderstraße steht für klassisch, italienische Kulinarik – Saisonalität und Persönlichkeit stehen hier weit über Schnickschnack und Experimentierküche. Und ganz unabhängig, ob der Abstecher in den Süden nur gelegentlich oder wöchentlich stattfindet – bereits nach einem Besuch ist klar: Riva ist Tradition!

Food

Klar, die Wodka-Sauce von TikTok oder die karamellisierte Balsamico-Pasta sind einen Versuch wert, wer sich allerdings die Evergreens der italienischen Cuisine wünscht, ist in der Trattoria Riva goldrichtig. „Avocado-Gerichte gibt es bei uns nicht, sondern die klassischen Sachen. Pizza, Pasta, Antipasti. So basic, so besser“, lacht der Betreiber Albino. Abwechslungsreich wird im Riva dennoch gekocht – jeden Mittag und jeden Abend gibt es eine neue Karte, die an die verfügbaren Zutaten angepasst wird. So sagen die Betreiber nicht nur Food Waste den Kampf an, sondern verwandeln die Trattoria täglich in eine kulinarische Wundertüte. Bei wechselnden Zutaten bleibt das Konzept allerdings gleich: Es gibt mindestens drei Vorspeisen, drei Pastas – wahlweise mit Fisch, Fleisch oder als Veggie-Option – eine Tagespizza und ein Fleischgericht. So wird auch in großen Gruppen jede:r fündig und auch das Motto Sharing is Caring funktioniert insbesondere bei Vorspeisenplatten mit Antipasti wie Oliven, Caprese, Veggies, Schinken und Zucchinis ausgezeichnet. Sonderwünsche? Laut dem Trattoria-Betreiber kein Problem: „Im Riva bereiten wir auch Gerichte zu, die so nicht auf der Karte stehen. Wenn die Zutaten da sind und der Koch gerade gut gelaunt ist, sind eigene Ideen willkommen.“ Dass Extrawünsche im Restaurant gang und gebe sind, zeigt auch der Umgang des Teams mit Sonderbestellungen: „Wir haben teilweise sogar Gerichte, die nach einem Sonderwunsch bestellt wurden, intern nach dem jeweiligen Stammgast benannt, der sich das Gericht gewünscht hat“, lacht Albino. Wenn in der Küche vom Riva zwischen Begriffen wie Tonnarelli, Paccheri, Tonnato plötzlich ein Vorname eingestreut wird, speist wohl ein besonderer Stammgast in der Trattoria.

Atmosphäre und Gesamterlebnis

„Es gibt Gäste, die kommen Everday and Everynight“, freut sich Albino. Klar, die Kulinarik aus Albinos Heimatland gibt so viel her, dass prinzipiell vier, beziehungsweise acht Mal die Woche Italienisch gegessen werden könnte. Aber auch das Ambiente im Riva verspricht Vielfalt: Pizza, Pasta und Co können in den urigen Innenräumen mit Ziegelsteinwand und atmosphärischen Glühbirnen vernascht werden. Im Sommer lädt die hoch frequentierte Außenterrasse zwischen Schirmen, Pflanzen und Lichterketten zum entspannten Beisammensein ein. Insider-Tipp: Für den Außenbereich nimmt das Riva keine Reservierungen an, spontanes Vorbeikommen lohnt sich also. Neben dem guten Service und der abwechslungsreich-individuellen Speisekarten liegt dem Riva-Team ein Thema besonders am Herzen: „Jeder soll kommen können“, sagt Albino. „Früher hatten wir beispielsweise auch Rinderfilet auf der Karte, inzwischen ist das aber ziemlich teuer geworden. Klar könnten wir das kaufen und weiterverkaufen, aber das würde den Preisrahmen sprengen, in dem sich Riva befindet.“

Über Albino

„Unsere Idee war damals, Italien nach Stuttgart West zu bringen“, erzählt der Riva-Betreiber Albino. „Inzwischen gibt es die Konstellation und das Konzept seit Februar 1992 – die anderen Betreiber sind alles Leute aus meinem Dorf, die kenne ich seit immer.“ Seitdem sind Mitarbeiter:innen gekommen und gegangen, Albino ist geblieben und arbeitet im Service. Einer seiner Freunde kümmert sich um die Küche, weitere Teammitglieder unterstützen den Betreiber in der Trattoria. Und falls es mal knapp wird, kann Albino auf die Unterstützung vieler Freunde setzen, die dann gemeinsam anpacken. Der Gastrochef kommt ursprünglich aus Süditalien, nach einer Station in Perugia wohnt er inzwischen seit zehn Jahren in Stuttgart. Anders als viele seiner Restaurant-Kolleg:innen ist Albino gelernter Informatiker – dass ihm der Job irgendwann keinen Spaß mehr gemacht hat, war Pech für die Tech- und Glück für die Restaurantbranche. „Ich bin froh, jetzt in der Gastro zu sein“, freut sich Albino. „Man lernt viele verschiedene Menschen kennen. Unterhaltung, Essen und Trinken ist das Real Life.“

Sonderwünsche?

Unbedingt nachfragen!
Die Karte ist nicht diskutierbar.

Nachtisch und Weinkarte

Lieber bei der Hauptspeise bleiben
Vielfältig und lecker

Außenbereich

Molto Bene!
Nicht so spannend.

Pizzarand

Liegenlassen.
Steinofen-Quality

Huong Viet

Jedes Gericht ein Kunstwerk: Ein kleines Food-Selfie darf nicht fehlen.
Das Motto „Sharing is Caring“ wird auch auf der Speisekarte repräsentiert.
Su startet mit einer Vorspeise.
Die Kochkunst hat die Familie Ngo im Blut – Herr Ngo hat bereits in Vietnam Essen zubereitet.
Langweilig wird es mit Black Tiger Garnelen, gegrilltem Zitronengras, Lotuswurzelstreifen oder gebackener Banane in keinem Fall!
Matthias und Su wissen gar nicht, wo sie anfangen sollen.
"Das Auge isst mit" war noch nie so treffend wie im Huong Viet.
Auch Vegetarier:innen und Veganer:innen können sich im Huong Viet kreuz und quer durch die Speisekarte probieren.
Gegessen wird mit Hand und Stäbchen.
Saeed ist von den Glasnudeln überzeugt.
Adresse:

Presselstraße 23 

Kategorie:

Vietnamesisches Spezialitätenrestaurant

Eröffnet:

2018

Onlineauftritt:

WEBSITE, INSTAGRAM

Preisspanne:

Vorspeise ab 5,30 Euro bis Hauptspeise für 4 Personen mit 96 Euro

Zahlungsmöglichkeiten:

Bar und EC-Karte

Öffnungszeiten:

MO. BIS FR. 11.00 UHR – 14.30 UHR &  17.00 UHR– 22.00 UHR, SA & FEIERTAG: 17.00 UHR – 22.00 UHR, SONNTAG GESCHLOSSEN

Vietnamesisch und vegan – a Match Made in Heaven oder eher Ausschlusskriterium? Viele vietnamesische Restaurants bieten ihre traditionellen Klassiker inzwischen auch ohne Tierprodukte an, allerdings erinnert bei vielen Küchen die Vegan-Section eher an Einzeiler anstatt an Kurzgeschichten. Die Konsequenz? Entweder: Jedes Mal das gleiche (aber trotzdem leckere) Gericht wählen, oder: anderen Repräsentant:innen der vietnamesischen Kulinarik eine Chance geben. Dem Huong Viet zum Beispiel. Der Familienbetrieb in Stuttgart Nord ist ein echtes Mekka für Veganer:innen und all diejenigen, die sich gerne kreuz und quer durch die Stuttgarter Weltküche durchprobieren.

Food

Wenn der rustikale Holztisch nur noch sporadisch zwischen den Schälchen, Schüsseln und Körben voller Leckereien durchschimmert, hat man im Huong Viet alles richtiggemacht. Der Name des Restaurants ist metaphorisch zu verstehen: „Huong bedeutet Geschmack, beziehungsweise Aroma“, verrät Frau Ngo, die Ehefrau des Inhabers Cuong Ngo. „Die Kulinarik und die Zutaten stammen aus vietnamesischen Dörfern, deshalb heißt unser Laden ‚geschmackliches Vietnam‘“. Und dieser geschmackliche Exkurs zieht sich durch den gesamten Besuch in der Presselstraße durch – langweilig wird es mit Black Tiger Garnelen, gegrilltem Zitronengras, Lotuswurzelstreifen oder gebackener Banane in keinem Fall! Besonders spannend im Huong Viet: Sowohl bei Vorspeisen, als auch beim Hauptgericht ist die vegane und vegetarische Auswahl riesig. So werden beispielsweise statt Hühnerfleisch, Rinderfilet oder Entenbrust bei den vegetarischen Optionen hausgemachtes Tofu oder Seitanwürfel zu den typisch vietnamesischen Veggies hinzugefügt. „Wir sind stolz, dass wir Gerichte komplett vegan anbieten können. Dabei arbeiten wir auf der Soßenbasis dann mit Soja oder fermentiertem Gemüse und wir verzichten auf die Fischsauce“, sagt Frau Ngo. Gemüse spielt im Huong Viet keine Nebenrolle, in Verbindung mit Reisnudeln oder Teigtaschen wird Rohkost zum unerwarteten Highlight und sorgt für die knackig-frische Haptik der Gerichte. Und auch wenn der altbekannte Spruch „Das Auge isst mit“ meist mit einem Augenzwinkern belächelt wird, ist die Dekoration der Gerichte im Huong Viet definitiv einer Erwähnung wert. Das Essen wird liebevoll mit Salat, frischen Kräutern wie Minze, Koriander oder asiatischem Basilikum garniert, Gemüseblumen auf den Tellern wirken nicht nur als Upgrade für das Auge, sondern auch für den Magen. Wer beim Zuhause-Kochen die Chilis lieber weglässt, ist beim Huong Viet ebenfalls an der richtigen Adresse: Der Geschmack ist eine angenehme Kombination aus würzig und fruchtig, die typisch süß-sauren Saucen sind auch für Nicht-Scharfesser:innen eine gute Wahl.

Atmosphäre und Gesamterlebnis

„Wir sind ein Familienbetrieb“, erklärt Frau Ngo. Die Kochkunst hat Familie Ngo im Blut, der Chef des Huong Viet, Cuong Ngo, hat bereits in Vietnam Essen zubereitet. Den Family-Spirit vermitteln die Inhaber:innen auch an die Kundschaft: Das Personal im Huong Viet ist zuvorkommend, Gäste sollen sich im Restaurant wie Zuhause fühlen. Dass man Weltküche oft an unerwarteten Orten findet, stellt die Einrichtung im Restaurant unter Beweis: Statt klassisch vietnamesischer Dekoration setzt das Team im Huong Viet eher auf den rustikal-schwäbischen Stil. Angenehm ist die Atmosphäre innen trotzdem, der Außenbereich des Restaurants läd dazu ein, die Kunstwerke auf Tellern in natürlichem Ambiente unter einem Baum zu genießen. Da das Restaurant etwas außerhalb der City liegt, können die Kund:innen das Schlangestehen direkt überspringen – die Zubereitung im Huong Viet passiert blitzschnell. Dementsprechend optimal ist dieser Repräsentant der Weltküche, wenn die ganze Familie, Firma oder Freundesgruppe statt werden soll. Das Motto „Sharing is Caring“ wird auch auf der Speisekarte repräsentiert: So kann beispielsweise der vietnamesische Feuertopf von bis zu vier Personen verspeist werden, die hausgemachte Brühe besteht aus einem Hühnersüd und wird mit verschiedenen, asiatischen Kräutern garniert.

Über Familie Ngo

Die Familie Ngo hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit Herzblut und Engagement die kulinarischen Köstlichkeiten Vietnams im Schwabenländle zu repräsentieren. Neben der Gastfreundschaft ist der Umgang mit der schwierigen Historie ihres Heimatlandes besonders bewundernswert: Aus dem Konflikten im vergangenen Jahrhundert habe die vietnamesische Küche nicht an Abwechslung verloren, sondern wiederum neue Traditionen dazugewonnen. Was bei Familie Ngo im „geschmacklichen Vietnam“ Priorität hat? „Der Gast soll zufrieden sein. Ganz egal, woher die Gäste kommen oder zu wievielt sie uns besuchen, der Anspruch soll immer der gleiche sein!“, lacht das Ehepaar Ngo.

Restaurantklima

Familiär und freundlich
Eher reserviert

Satt-Faktor

Danach noch zu Mecces
Nach-Hause-Rollen

Interior

Schwäbisch-rustikal
Vietnam-Feeling

Getränkeauswahl

Hausgemachte, vietnamesische Limonaden
Standard-Drinks

Safran

Yaw und Ira starten mit einer Vorspeise.
Akbar unterstützt seine Kund:innen, den ganz persönlichen Favorit der iranischen Küche zu erkunden.
Vier Speisen auf der Karte sind vegetarisch und können auf Nachfrage auch vegan zubereitet werden.
Leonie stellt sich einen bunten Teller mit Fleisch, Veggies und Reis zusammen.
Die Getränkekarte im Safran ist so bunt wie die persischen Gerichte.
Yaw probiert sich durch die Tee-Vielfalt.
Safranreis wird als Beilage zu jedem Hauptgericht serviert.
Ira lässt sich einen Nachtisch schmecken.
Schon gewusst? Der Iran ist der weltgrößte Safran-Produzent.
Safran-Besitzer Akbar Delnavazi ist der Inbegriff von Weltküche.
Adresse:

Schloßstraße 57A

Kategorie:

PERSISCHES GEWÜRZSPEKTAKEL

Eröffnet:

2017

Onlineauftritt:

Website, INSTAGRAM

Preisspanne:

12,90-19,90 EURO

Zahlungsmöglichkeiten:

BAR

Öffnungszeiten:

DI. BIS FR. 17.00 UHR – 22.00  UHR (KÜCHE BIS 21.00 UHR GEÖFFNET), SA. & SO. 14.00 UHR – 22.00 UHR (KÜCHE BIS 21. 00 UHR GEÖFFNET), MO. RUHETAG

Wer gerne neue Länder entdeckt, ist sich der magischen Anziehungskraft von Gewürzen bewusst. Kaum ist man auf einem traditionellen Markt angekommen, ist es quasi unmöglich, sich von der Vielfalt der Gerüche loszureißen. Auf ein kurzes Stadium der Reizüberflutung folgt die Lust aufs Durchprobieren. Stuttgarter:innen können sich glücklich schätzen: Um eine echte Gewürz-Geschmacksexplosion zu erleben, können sie sich die fast 3 Millionen Kilometer vom Hauptbahnhof bis nach Teheran sparen und sich für die 1,3 Kilometer Fußweg Richtung Schloßstraße entscheiden. Denn dort ist eine der wohl abwechslungsreichsten, persischen Küchen der Stadt zuhause – das Safran.

Food

„Safran ist ein komisches Gewürz, wortwörtlich“, lacht der Restaurantbesitzer und Küchenchef Akbar Delnavazi. Für das Gewürz, dessen weltweit größter Produzent seine iranische Heimat ist, hat Akbar einige Anekdoten parat – Disclamer: Dunkler Humor! „Safran hat einen stimmungsaufhellenden Effekt, aber wenn man viel zu viel davon zu sich nimmt, lacht man sich zu Tode. Früher haben sich unzufriedene Hausfrauen im Iran mit Safran überdosiert und sich wortwörtlich in den Tod gekichert.“ In Akbars Restaurant wird das iranische Gewürz selbstverständlich in absolut ungefährlichen Mengen zu den sieben Hauptgerichten hinzugefügt. Ganze vier Speisen davon sind vegetarisch und können auf Nachfrage auch vegan zubereitet werden. Statt den traditionellen Grillspießen mit Hack, Chicken, Lamm oder Rind können Kund:innen zur Granatapfelsauce, Walnüssen, Cashewkernen und Pistazien dann frische Champignons kombinieren. Für Veggies spricht der Restaurantbesitzer eine besondere Empfehlung aus: „Eine unserer Vorspeisen besteht aus Aubergine, Schafskäsesauce, speziell gerösteten Zwiebeln, Pistazien, Pfefferminz und Fladenbrot und wird von vielen Gästen auch als Hauptgericht bestellt.“ Nicht-Veggies legt Akbar die Koobideh ans Herz – im Iran ist der Spieß aus einer Mischung von Kalb- und Lammrippe das Nationalgericht mit einer Philosophie für sich. Laut dem Restaurantbesitzer fällt es Iraner:innen direkt auf, sollte die Koobideh nur marginal vom Traditionsrezept abweichen. Neben dem iranischen Nationalgewürz nutzt das Team in der Schloßstraße gerne auch Curry und Kurkuma – Safranreis wird allerdings als Beilage zu jedem Hauptgericht serviert.

Atmosphäre und Gesamterlebnis

„99% unserer Kund:innen sind Stammgäste“, freut sich Akbar. „Unser Restaurant bietet eine fremde Küche an, wenn Menschen von unserem Restaurant und der Kulinarik erzählt bekommen, besuchen sie uns gezielt. Deshalb haben wir auch Kundschaft, die auf den ersten Blick vielleicht nicht zu unserem Restaurant passt.“ Wer die Eingangstüre des Restaurants passiert, wird direkt von einem kleinen Springbrunnen mit bunten Fischen begrüßt. Die Räumlichkeiten sind eher dunkel gehalten – da das Safran täglich erst zur Abendessenszeit öffnet, passt der Interior-Vibe bestens zum geschmackvollen Dinner. Insta-Story-würdige Tellerarrangements auf den Esstischen? Check! Spätestens nach der Vorspeise blicken die schwarzen Tische nur noch sporadisch unter den bunten Veggies und Grillspezialitäten hervor, der orangefarbene Safran gemischt mit weiteren persischen Gewürzen ist sowohl ein geschmackliches, als auch ein visuelles Highlight. Kaum zu glauben also, dass es Mitten im Herzen Stuttgarts eine Oase an persischer Weltküche zu entdecken gibt: „Unser Restaurant wurde oft als Nische bezeichnet, so etwas erwartet man hier nicht. Die persische Küche ist eher unbekannt, selten sehe ich Restaurants, in denen die Köche tatsächlich im Iran gelernt haben“, sagt Akbar. Bei dem Safran-Chef war das anders, der gebürtige Iraner hat die Kochkunst direkt in seiner Heimat erlernt. Mit der deutschen Küche kam er allerdings ebenfalls in Berührung, eine schwäbische Spezialität hat es ihm besonders angetan: Maultaschen.

Über Akbar

Akbar Delnavazi ist der Inbegriff von Weltküche: Gelernt hat der gebürtige Iraner in der italienischen, chinesischen und deutschen Kulinarik. Vor fast dreißig Jahren produzierte Akbar in einer Großküche Maultaschen, die er an Gastronomen verkauft hat. Daraufhin folgte ein Pizzaservice, ein chinesisches Restaurant, ein eigener Imbiss und die Großküche im Stuttgarter Amtsgericht, bis er vor 17 Jahren die Türen des Safran in der Hauptstätterstraße öffnete. Seit etwa fünf Jahren ist das Restaurant in der Schloßstraße zuhause, wo die persische Familie täglich mitanpackt: Akbars Frau, seine Schwester und sein Sohn unterstützen den Küchen-Chef im Service oder meistern gemeinsam mit einem weiteren Mitarbeiter alle Herausforderungen, die in im Safran so anstehen. Was sich Akbar trotz Multitasking-Arbeitsalltag nicht nehmen lässt? Neu-Kund:innen bei einer Reise durch die persische Kulinarik anzuleiten. „Unsere Gerichte sind so unterschiedlich, Koriander, Kräuter-, Granatapfel- und Tomatensauce, fruchtiges Gemüse, Beberizen, da ist alles dabei! Ich erklären den Kund:innen, wie unsere Gerichte kombiniert werden können und empfehle, einfach mal alles auszuprobieren“, erzählt Akbar. So unterstützt der Restaurant-Chef seine Kund:innen, den ganz persönlichen Favorit der iranischen Küche zu erkunden. Oder er hilft dabei, eine kleine To Do-Liste zu schreiben, welche Gewürze und Gerichte noch probiert werden wollen – beim nächsten Besuch im Safran dann.

Kontakt zum Chef

Frag ihn, was du möchtest! 
Lässt sich am Tisch nicht blicken.

Gericht-Arrangements

Unspektakulär, überschaubar & 0815
Bunt, vielfältig & abwechslungsreich

Weg zur nächsten Haltestelle

Kurzer Fußmarsch
Halbe Weltreise

Großgruppen-Potenzial

Nur kleine Gruppen erwünscht.
Bring mit, wen du magst!

Mala Town

„Andere Restaurants in der Region bieten vergleichbare Toppings an, aber wir im Mala Town mischen Tofu, Sesam und Erdnuss, und das ist einmalig.“
Leonie hat sich für eine vegetarische Option entschieden.
Für Entscheidungsfreudige: Die Zutaten im Mala Town wählen die Gäste selbst aus.
Laura ist noch unentschlossen.
Bubble Tea Spezialitäten sind zu 100% vom Mala Town Team entwickelt.
Die Hauptzutat der Mala Sauce ist mit einer Kombination aus Sichuan-Pfeffer und getrockneten Chilischoten gewürzt.
Elias probiert sich durch die chinesische Weltküche.
Unter-, beziehungsweise Obergrenzen gibt es im Mala Town nicht, manche Kund:innen bestellen sogar 1,2 Kilogramm der Suppe.
Laura und Elias lassen es sich in chinesisch-authentischem Ambiente schmecken.
Tagsüber Data Scientist, Restaurantbesitzer nach Feierabend: Jiantong Wei Tag scheint 48 Stunden zu haben.
Adresse:

Reuchlinstr. 12

Kategorie:

Chinesischer Spezialitätenkühlschrank

Eröffnet:

2021

Onlineauftritt:

WEBSITE

Preisspanne:

Preise nach Gewicht der Zutaten, keine Begrenzung

Zahlungsmöglichkeiten:

Bar, EC-Karte, Visa, Master, Google Pay, Apple Pay

Öffnungszeiten:

MO. MI. DO. SO. 12.00 UHR – 15.00  UHR & 17.00 UHR – 21.00 UHR, FR. SA. 12.00 UHR -15.00 UHR & 17.00 UHR – 21.30 UHR

Der wohl deprimierendste Alltagsmoment: Die Freude auf einen leckeren Snack könnte nicht größer sein – aber das Innere des Kühlschranks starrt mit schon fast provokanter Leere zurück. Wieso also nicht mal einem anderen Kühlschrank einen Besuch abstatten? Zum Beispiel einem asiatischen? Für diesen kulinarischen Ausflug lohnt sich ein Blick auf Google Maps, denn zwischen Augusten- und Reuchlinstraße gibt es eine kleine Stadt, deren Staatsoberfläche zwar nur wenige Quadratmeter umfasst, die Stuttgarter:innen aber trotzdem in einen ganz besonderen Teil der chinesischen Küche entführt. Welcome to Mala Town!

Food

Kühlschranktüre auf, Zutaten aussuchen, Kühlschranktüre zu, Suppe drauf und genießen – so einfach funktioniert das Konzept im Mala Town. „Bei der Zutaten-Auswahl kann man nicht viel falsch machen“, erklärt der Inhaber Jiantong Wei. „Zwar bieten wir in unserem Lieferservice vorgefertigte Menüs aus 40 unterschiedlichen Zutaten wie Gemüse, Fleisch, Fisch und Nudeln an, aber ich empfehle immer, selbst einen Blick in den Kühlschrank zu werfen und einfach mal auszuprobieren.“ Diese Entscheidungsvielfalt macht Mala Town umso authentischer, denn auch in Asien gehört die Kühlschrank-Stöberei fest zum Konzept des populären, chinesischen Street-Foods. Selbstverständlich werden die Kühlschranktemperatur sowie der Brühegrad täglich vom Team kontrolliert, denn Qualität und Authentizität stehen auf der Prioritätenliste von Jiantong und seinem Team ganz oben. Was das Mala Town im Westen Stuttgarts umso einzigartiger macht? „Die Erdnuss-Sesam-Sauce gibt es nur bei uns“, erzählt Jiantong. „Vietnamesische Restaurants in der Region bieten vergleichbare Toppings an, aber wir im Mala Town mischen Tofu, Sesam und Erdnuss, und das ist einmalig.“ Wie wichtig die richtige Saucenwahl für diese Art von Weltküche ist, unterstreicht auch der Name des Streetfoods: Der Begriff Mala ist inspiriert vom chinesischen Schriftzeichen für „betäubend“ und „scharf“, was das Gefühl nach dem Verzehr der Sauce definieren soll. Für das Mala Town-Geschmackserlebnis sind diese Begriffe treffend gewählt, denn die Hauptzutat der Mala Sauce ist mit einer Kombination aus Sichuan-Pfeffer und getrockneten Chilischoten gewürzt. Schärfe ist allerdings bei Mala Town kein Muss – genauso wenig wie Fisch- oder Fleisch. „Von sechs Brühen sind drei vegetarisch, außerdem nutzen wir keine Milchprodukte“, verrät Jiantong. Wer zu seiner Mala Town Brühe noch ein passendes Getränk probieren will, sollte definitiv bei den Bubble Tea Spezialitäten zuschlagen – diese sind nämlich ebenfalls zu 100% von Jiantong und seinem Team entwickelt und dementsprechend genauso authentisch, wie die gesamte Weltküche im Mala Town.

Atmosphäre und Gesamterlebnis

Kurz nach Aufnahme des Geschäftsbetriebs waren sich Jiantong und sein Team bezüglich der Innenraumgröße noch unsicher. Gut also, dass sie auf ehrliches Feedback der Mala Town-Fans setzen konnten: „Unsere Kund:innen meinten, die Räumlichkeiten vermitteln ihnen den chinesischen Vibe, ganz ohne Distanz aber dafür mit viel Familiarität“, freut sich Jiantong. Neben einem Mix aus traditioneller Einrichtung und Anime-Style fallen im Innenraum direkt die beiden Kühlwände ins Auge, aus denen sich Kund:innen ihre eigenen Bowls zusammenstellen können. Viele Restaurants mit vergleichbarer Kulinarik haben eine Mindestgrammanzahl festgelegt, unter der keine Gerichte verkauft werden. Jiantong geht mit Mala Town einen anderen Weg – Unter-, beziehungsweise Obergrenzen gibt es nicht, manche Kund:innen bestellen sogar 1,2 Kilogramm der Suppe und essen die eine Hälfte im Mala Town, die andere Hälfte zuhause. Die Flexibilität in der Zusammenstellung kommt an: Neben vielen asiatischen Kund:innen zieht das Konzept „Mala Town“ die unterschiedlichsten Nationalitäten an: „Wir stehen für 100% Authentizität, da ist nichts adaptiert. Deshalb spielt in der Kulinarik das Herkunftsland keine Rolle, richtig gutes Essen wird von allen Nationen erkannt“, sagt Jiantong.

Über Jiantong

Tagsüber Data Scientist, Restaurantbesitzer nach Feierabend: Jiantongs Tag scheint 48 Stunden zu haben. Der Mala Town-Chef stammt aus dem Nordwesten von China – ein Ort mit einer Küche, den Jiantong insbesondere zur Corona-Zeit sehr vermisst hat. Die Konsequenz? Anfang August 2021 öffnete Mala Town erstmals seine Türen. Ein Full Time-Job ist das Restaurant für Jiantong noch nicht, aktuell arbeitet er als Data Scientist und hält nach Feierabend und am Wochenende das Restaurant am Laufen. Logisch also, dass Küche und Service als Selbstläufer funktionieren und der Teamzusammenhalt so stark ist, dass die Mitarbeiter:innen auch nach Geschäftsschluss gemeinsam essen. Was Jiantong beim gemeinsamen Abendessen mit seinem Team am liebsten wählt? „Die Chili-Spezialität-Brühe! Dieses Gericht habe ich auch selbst entwickelt und mit über 40 verschiedenen Gewürzen gekocht“, erzählt der Restaurantbesitzer stolz. „Die Qualität und Authentizität ist fast identisch mit der Mala Town Brühe aus meiner Heimat.“

Auswahlmöglichkeiten

Für Entscheidungsfreudige
Für All-Inclusive-Esser:innen

Interior-Design

Eher un-authentisch
Wie in China

Bubble Tea-Qualität

Nach eigener Rezeptur hergestellt
0815-Getränke

Kühlschrankinhalt

Gähnende Leere
Über 40 Zutaten!

Produktion: Anna Ross, Pauline Schumann

Fotografien: Saeed Kakavand

Redaktion: Matthias Straub, Katja Wanke