Anna Ross
14.03.2022

Tipps: die besten Imbisse in Stuttgart

Wenn das Essen mittags nach dem Teammeeting genauso lecker schmeckt wie abends nach dem dritten Mischgetränk, dann ist eines sicher: Der Imbiss kann was! Wir begeben uns auf eine kulinarische Exkursion vom Irak ins Elsass, über Süditalien und Albanien bis nach Vietnam und in die Türkei. Dabei enthält die Route neue Geheimtipps genauso wie bewährte Klassiker. Um tief in die Kulinarik der Stuttgarter Imbisskultur abzutauchen, haben wir mit den Besitzer:innen gesprochen, die Atmosphäre im Laden beobachtet und, selbstverständlich, die Speisekarten rauf und runter probiert. Diese Imbiss-Restaurants haben unsere Tests mit Bravour bestanden und machen sowohl Veganer:innen als auch Fleisch-Fans happy.
Unsere Tipps im Überblick:

  • Vegi

  • Kebaphaus am Feuersee

  • Maison Bahn Mi

  • Zauberküche

  • Jakova

  • Petite France

  • Da Rossella

  • Imbiss Bagdad

Vegi


ONLINEAUFTRITT: WEBSITEINSTAGRAM
Haltestelle:
Rathaus • Stadtmitte
Adresse:
STEINSTRASSE 13
Kategorie:
STUTTGARTS SOSSENPARADIES
Eröffnet:
2009
PREISSPANNE:
4,50€ - 9,90€
ZAHLUNGSMÖGLICHKEITEN:
BAR, EC- UND KREDITKARTE
ÖFFNUNGSZEITEN:
MO. BIS DO. 11.30 UHR - 22.00 UHR, DO. 11.30 UHR BIS 00.00 UHR, SA. UND SO. 11.30 UHR BIS 02.00 UHR
Nach dem Clubbesuch gestrandet zwischen Rotebühl- und Schlossplatz. Nachtbus, SSB-Flex oder doch ein Fußmarsch? Legitime Optionen, aber für echte Nachtschwärmer:innen ist es fürs Bett noch zu früh. Zum Glück ist das rettende Late-Night-Snack-Ufer nur ein Wegbier entfernt. Und das beste: Die Steinstraße 13 beherbergt keinen 0815-Imbiss – unter Stuttgarter:innen ist es ein offenes Geheimnis, dass es bei Vegi die besten Soßen der Stadt gibt. Seinen Platz als offizielles-inoffizielles Kulturerbe der Stadt Stuttgart hat das Vegi unter anderem auch dank seiner langen Geschichte verdient: Den Imbiss gibt es nämlich schon seit 1995, damals noch unter dem Namen Vegi Voodoo King.

Food

Beim Vegi ist der Name Programm: „Wir haben zwei vegetarische Soßen im Sortiment, Jogurt und Gaisburg, alles andere auf unserer Karte ist vegan“, erklärt das Team vom Vegi. Die Betreiber haben sich klar gegen das Einkaufen von Soßen entschieden, alles wird frisch und vor Ort produziert. Selbst, wenn diese Produktion mit erheblichem Aufwand verbunden ist. „Für die Zubereitung von Auberginen in Tomatensoße, Mango-Chutney oder frischem Hummus müssen wir mehrere Stunden einplanen“, verrät das Team. „Zum Beispiel müssen Kichererbsen für den Hummus über Nacht eingelegt werden, mindestens eineinhalb Stunden weichgekocht sein und erst danach können sie weiterverarbeitet werden. Aber wir würden es auch nicht anders handhaben wollen, denn unsere Gäste schätzen das.“ Die hausgemachten Pommes mit veganer Knoblauch-Mayo sind mindestens genau so wichtige Vegi-Highlights wie die Topping-Vielfalt mit Sesam-, Erdnuss- und Joghurt-Minze-Soße. Auch die Pommes im Imbiss sind alles andere als Tiefkühlware und halten das Team rund um die Uhr beschäftigt: „Von der ersten Kartoffel bis zum fertigen Pommes ist es ein langer Weg, sie müssen geschnitten, gewässert, getrocknet, vorfrittiert und schlussendlich frittiert werden. Der Prozess dauert in größeren Mengen mehrere Stunden, aber nur so können wir unsere Qualitätsstandards aufrechterhalten.“ Der Aufwand des Teams scheint sich zu lohnen: In der Steinstraße ist das Beliebtheitsranking der Vegi-Soßen das wohl heißeste After-Hour-Diskussionsthema überhaupt.

Atmosphäre und Gesamterlebnis

Auch wenn der Imbiss zwischen Rotebühlplatz und Rathaus für viele Stuttgarter:innen in die Kategorie Late-Night-Snack fällt, kann sich das Team im Vegi über einen bunt gemischten Kund:innenstamm freuen. Sowohl am Stuttgarter, als auch am Tübinger Standort. Das war allerdings nicht immer so. „Vor zehn bis fünfzehn Jahren hatten wir hauptsächlich das vegane und vegetarische Publikum und ein paar Menschen, die unsere Kulinarik einfach mal ausprobieren wollten. Inzwischen ist das total durchgemischt“, freuen sich die Vegis. „In Tübingen sind wir anfangs davon ausgegangen, dass wir fast ausschließlich Student:innen haben werden. Da wir dort allerdings auch einen Bar- und Cafébetrieb mit Sitzplätzen, Service, veganem Kuchen und veganen Muffins anbieten, zieht es auch viele Ausflügler:innen ins Tübinger Vegi.“ Obwohl es in Stuttgart keine Servicemitarbeiter:innen gibt, können Gäste ihre Bestellungen auch an Tischen vor dem Imbiss genießen – leckerer Drink inklusive. Der Getränke-Geheimtipp des Vegi-Teams: Seit kurzem hat das Lokal die Eistees von Stuggi Schorle im Sortiment – eine perfekte Ergänzung zum Falafelsandwich am heißen Sommertag im Kessel.

Über das Vegi-Team

Wie auch das Publikum ist das Team im Imbiss bunt durchgemischt. Neben Mitarbeiter:innen für Betriebsleitung, Personal und Allroundhilfskräften arbeiten auch viele Kunst- und Designstudent:innen im Vegi. Wie es in der Gastro üblich ist, wechseln die Mitarbeiter:innen häufig. Der Vegi-Betreiber ist allerdings schon seit 2009 dabei. Ein gutes Zeichen für die Qualität des Imbisses: Trotz über zehn Jahren in der Steinstraße, trifft man den Chef des Öfteren auch vor der Theke mit einer originalen Vegi-Falafel auf dem Teller an.

Kebaphaus am Feuersee


ONLINEAUFTRITT: INSTAGRAM
Haltestelle:
Feuersee
Adresse:
SILBERBURGSTRASSE 151
Kategorie:
VEGGIE-APPROVED KEBAP
Eröffnet:
2016
PREISSPANNE:
3,50€ - 9,90€
ZAHLUNGSMÖGLICHKEITEN:
BAR, EC- UND KREDITKARTE
ÖFFNUNGSZEITEN:
MO. BIS FR. 11.00 UHR - 22.00 UHR, SA. UND SO. 12.00 UHR BIS 22.00 UHR
Stuttgarter Westen, dreizehn Uhr zweiundzwanzig. Aus den Bürogebäuden strömt eine hungrige Menschenmasse mit knapp sechzig Minuten Zeit für eine urbane Ruhepause inklusive kulinarischer Stärkung. Der optimale Mittagssnack im Westen sollte dementsprechend drei Punkte erfüllen. Erstens: Die Location muss in bequemer Fußmarschnähe zum Feuersee liegen, denn wo kann man mittags besser Sonnenbaden und People-Watching betreiben? Zweitens: Essen auf die Hand ist Pflicht, in der Mittagspause zählt ja wirklich jede Minute. Drittens: Die Speisekarte muss für alle Kolleg:innen (ja, auch für Veggies und Veganer:innen) etwas hergeben. Zum Glück kennen wir eine Adresse, die all diese Punkte erfüllt – Silberburgstraße, Hausnummer 151. Willkommen beim Kebaphaus am Feuersee!

Food

Zuerst scheint der Feuersee-Kebap wie ein klassischer Dönerladen, aber eben nur auf den ersten Blick. „Unser Fokus liegt ganz klar auf den Vegetarier:innen und Veganer:innen“, verrät Agit, der den Imbiss mit seinem Bruder Serdar und dessen Geschäftspartner Ali betreibt. „Bei ihnen ist die Falafel besonders beliebt, so eine bekommt man nur bei uns. Die Kund:innen können zwischen veganen Soßen, Hummus, Sesam Spezial und einer Yogurtsoße mit frischem Dill wählen. Dazu kommt dann noch Grillgemüse.“ Zwar ist die Falafel einer der Kassenschlager des Feuersee-Kebap, die vegetarische Auswahl hat allerdings noch viel mehr zu bieten. Elf Veggie-Gerichte laden Kund:innen dazu ein, sich mehr als zwei Arbeitswochen durch die Food-Vielfalt durchzuprobieren. Pizza mit Grillgemüse, Vegi Yufka, Falloumi-Teller oder Falafel Fladenbrot – das Kebaphaus hat viel zu bieten. Aber natürlich bleiben auch die klassischen Döner-Fans nicht aus und vor: Das Rind- und Hähnchenfleisch wird eigens für den Imbiss produziert und wer seinen Döner ein bisschen aufpeppen möchte, kann sich neben den kalten Veggies auch für frisches Grillgemüse entscheiden. Unbedingt probieren: Rucola und Kraut als Topping verleihen dem Hauptgericht das besonderes Etwas – „Döner Spezial“ eben. Außerdem steht die Qualität im Kebaphaus für sich: „Alles was du siehst, ist frisch und selbstgemacht. Von der Falafel über das Brot bis hin zu den Soßen. Das zeichnet uns aus und das schmeckt man einfach“, sagt Agit. Um dem Qualitätsanspruch gerecht zu werden, bestellen Ali und sein Team alle Zutaten täglich frisch. Deshalb wird jeden Morgen gegen acht Uhr die Frischetheke vorbereitet, so dass sich die Kund:innen zu jeder Tageszeit über frisches Gemüse freuen können.

Atmosphäre und Gesamterlebnis

„Wir haben ein bunt gemischtes Publikum – vom Skater bis zum Anzugträger ist alles dabei“, lacht Agit. „Alle sind willkommen, das ist uns besonders wichtig.“ Neben Offenheit legt das Team rund um Ali, Agit und Serdar außerdem viel Wert auf Hygiene. „Wenn man sauber und hygienisch arbeitet, dann kann es nur schmecken. Ein Geheimrezept ist das nicht, aber daran halten wir uns. Darüber hinaus wollen wir eine Arbeitsatmosphäre mit Spaß aufrechterhalten. Und ich glaube, das schaffen wir ganz gut.“ Deshalb setzen die Betreiber auch innerhalb des Teams auf Abwechslung: Mitarbeiter:innen können mehrere Stationen im Laden durchlaufen und nach Lust und Laune wechseln. Heute Bäcker, morgen Kassierer, übermorgen in der Küche. „Wenn ein Mitarbeiter nach zwei Tagen keine Lust mehr auf Backen hat, kann er die Station wechseln. Das funktioniert, weil jeder im Team an allen Stationen arbeiten kann. Teamfähigkeit ist daher sehr wichtig“, erklärt Agit. Was Ali und seinen Mitarbeiter:innen ebenfalls am Herzen liegt, ist die Verpackung ihrer Take-Away-Gerichte. Wer sich ein Gericht zum Mitnehmen bestellt, bekommt es plastik- und aluminiumfrei in Backpapier verpackt und auch anstatt Dosen werden im Kebaphaus Glasflaschen verwendet.

Über Ali und Agit

„Das Kebaphaus ist quasi ein Großfamilienbetrieb“, lacht der Store-Manager Oguz Agit. Seit 2016 arbeitet das Team, bestehend aus Agit, seinem Bruder Serdar und dessen Geschäftspartner Ali gemeinsam am Feuersee. Das heute eingeschweißte Team bringt vielseitige Berufserfahrung mit: Während Agit ursprünglich aus dem Versicherungsbusiness stammt, besitzen Ali und Serdar bereits langjährige Gastroerfahrung – von italienischer über türkischer bis hin zu arabischer Küche haben sich die Kebaphaus-Chefs schon in vielen kulinarischen Richtungen ausprobiert. Was sie alle verbindet? Die Liebe zu gutem Essen und der Spaß an der Arbeit mit Menschen. Ihr Konzept scheint zu funktionieren, inzwischen haben Ali und Serdar mit einer zweiten Filiale, dem Halloumi-Laden in der Königsbaupassage, expandiert. Und falls die Betreiber beim Pendeln zwischen Feuersee und Königsstraße ein paar helfende Hände brauchen, können sie jederzeit auf die Unterstützung der Großfamilie zählen. „Manchmal helfen meine Schwester und mein Schwager, meine Eltern und Alis Bruder packen mit an und manchmal sogar meine Frau. Und wer nicht zum Arbeiten kommt, der kommt mit Hunger zu uns“, lacht Ali.

Maison Banh Mi


ONLINEAUFTRITT: INSTAGRAM
Haltestelle:
Feuersee
Adresse:
SILBERBURGSTRASSE 148
Kategorie:
ORIGINAL VIETNAMESISCHE SANDWICHES.
PREISSPANNE:
8€ - 8,50€
ZAHLUNGSMÖGLICHKEITEN:
BAR UND MIT KARTE
ÖFFNUNGSZEITEN:
MO. BIS DO. 11.30 UHR - 15.00 UHR, SA. UND 17.00 UHR BIS 20.00 UHR, FR. 11.30 UHR - 18.00 UHR & SO. 13.00 UHR BIS 20.00 UHR. SA. FEIERTAG
In der Luft liegt der Geruch von Zitronengras und Koriander, kleine Food Trucks stehen am Straßenrand und Passant:innen warten in der Schlange auf Sandwiches mit Gemüse, Fleisch und Gewürzen, sogenannte Banh Mis. Am Stuttgarter Feuersee muss man sich das vietnamesische Großstadtfeeling zwar dazu denken, mit einem Baguette von Maison Banh Mi fällt der kleine Exkurs allerdings nicht schwer.

Food

Hoang Bui und sein Team haben den Sandwichladen im Oktober 2021 eröffnet. Seitdem ist die Kundschaft gewachsen, das Restaurant ist vom Charlottenplatz in die Silberburgstraße umgezogen und Stuttgart ist um ein kulinarisches Highlight reicher. Kund:innen können zwischen drei „Banh Mis“ wählen – das vietnamesische Sandwich wird mit Schweinefleisch angeboten, außerdem gibt es eine Variante mit Huhn und eine vegane Option. Für das besondere Geschmackserlebnis sorgen original südostasische Spezialitäten wie ein spezielles Brot aus Reismehl oder die vietnamesische Mortadella. Und obwohl Maison Banh Mi für authentisch vietnamesische Küche steht, ist das vegane Baguette sowohl für die Kundschaft als auch für die Mitarbeiter:innen zu einem Hidden Champion geworden. „Einige Kund:innen sind der veganen Variante anfangs mit Skepsis begegnet“, erklärt der Inhaber Hoang. „Deshalb haben wir die Kund:innen gerne probieren lassen, und in 10 von 10 Fällen waren die Leute vom Tofu begeistert.“ Kein Wunder, denn das Tofu im Banh Mi wird zuerst angebraten und danach direkt in einer selbstgemachten Zitronengrassoße mariniert. Für den Geschmack wie in Vietnam sorgt eine ganz bestimmte Balance. „Do Choa bedeutet übersetzt „Saures Zeug“. Vietnamesisches Essen ist immer sehr balanciert, deftige Zutaten müssen mit etwas Säuerlichem ergänzt werden“, verrät Hoang. „So hält eingelegtes Gemüse wie Rettich und Karotten die Balance mit Fleisch. Und ganz wichtig ist natürlich der Koriander.“

Atmosphäre und Gesamterlebnis

Gestartet ist Maison Banh Mi als ein Pop-up-Store in der Location des ehemaligen Café Klotz. Im Gegensatz zum Café bieten Hoang und sein Team keine Innengastronomie an, aber da Banh Mis auf den vietnamesischen Straßen ebenfalls Outdoor verspeist werden, trägt das zur Authentizität des Ladens bei. Trotzdem freuen sich im Banh Mi alle auf den kommenden Temperaturanstieg. „Wir sind heiß auf den Sommer“, freut sich Hoang. „Wenn es draußen warm ist, können sich unsere Kund:innen auf die große Treppe neben dem Restaurant setzen oder ihre Banh Mis am Stadtpalais genießen. Passend zu den warmen Temperaturen nehmen wir im Sommer frische Limos in unser Sortiment auf.“ Auch Indoor hat das Banh Mi etwas zu bieten: Kund:innen finden sich beim Anstehen in einem kleinen Pflanzendschungel wieder und können dabei zusehen, wie ihr Essen frisch zubereitet wird. Oder sie halten einen kleinen Plausch mit Tri, der als „organisatorischen Superkraft“ den Laden am Laufen hält.

Über Hoang

Hätte man Hoang vor zehn Jahren verraten, dass er eines Tages seinen Job an den Nagel hängen und mit seiner Freundin Vicky und seinem Kumpel Tri einen Sandwichladen eröffnen würde, wäre er wahrscheinlich aus allen Wolken gefallen. Aber nach einigen Jahren in der Automotive-Unternehmensberatung wuchs in Hoang, der aus einer vietnamesischen Gastrofamilie stammt, der Wunsch nach einem eigenen Laden: „Irgendwann hat mein Herz gesagt: Du willst gutes Banh Mi essen? Dann musst du selbst gutes Banh Mi machen!“ Kurz nach der Eröffnung des Familienbetriebs Hanoi am Stöckach erfuhr Hoang von der freien Fläche am Charlottenplatz. Inzwischen hat das Team schon mehrere tausend Banh Mis verkauft und ist als Lunch- oder Abendessensspot hoch frequentiert. Besonders gut gefällt Hoang nach seiner beruflichen Umorientierung die Möglichkeit, zu seinen vietnamesischen Wurzeln zurückzukehren. „Wenn uns Vietnames:innen besuchen, die direkt aus ihrem Heimatland kommen und beim nächsten Mal direkt 10 Banh Mis bestellen, dann weißt du, du machst etwas richtig. Du wirst zum Botschafter deiner Heimatküche, und das ist schön.“
Empfehlung der Redaktion:
Anstatt Dessert: Vietnamesischer Kaffee!!

Zauberküche

Haltestelle:
Stadtmitte
Adresse:
MARIENSTR.24
Kategorie:
TÜRKISCHE KÜCHE
ERÖFFNUNGSJAHR:
2021
PREISSPANNE:
4,90€ - 9,90€
ZAHLUNGSMÖGLICHKEITEN:
BAR, EC- UND KREDITKARTE
ÖFFNUNGSZEITEN:
MO. BIS SA. 11.00 UHR - 20.00 UHR
Keine Lust auf Pizza, fürs Sushi-Essen reichen die 60 Minuten Mittagspause nicht aus und drei Mal die Woche Falafel holen ist ja auch irgendwie langweilig. Warum also nicht eine gesunde Option ausprobieren? Seit April 2021 ist auf der großen Glasscheibe der Marienstraße 24 das Logo der Zauberküche gedruckt. Und der Name hält, was er verspricht: It’s magic!

Food

Schon fast ein Jahr lang reihen sich Mittags hungrige Stuttgarter:innen aus dem Einzugsgebiet Stadtmitte hinter der vielfältigen Theke der Zauberküche auf und müssen eine ganz besondere Challenge meistern: Entscheidungen treffen. In der Zauberküche können sich Besucher:innen ihr Gericht weitestgehend selbst zusammenstellen und zwischen den unterschiedlichen Veggies, Fleischsorten und Soßen hinter dem Tresen wählen. Neben den klassischen Gemüsesorten wie Spinat, Fenchel, Bohnen und Grillgemüse können Besucher:innen ihr Hauptgericht mit Spezialitäten wie überbackenen Auberginen und scharf-sauren Schafskäse-Tomaten verfeinern und mit hausgemachten Saucen abrunden. „Die verfügbaren Zutaten ändern sich regelmäßig“, erklärt der Gründer Oskar Aysel. „Morgen haben wir Bohnen, rote Beete und Blumenkohl, am darauffolgenden Tag vielleicht etwas ganz Anderes. Unser Angebot ändert sich je nach Lust und Laune unseres Küchenpersonals.“ Als Dauerbrenner bezeichnet der Zauberküchen-Chef die vegetarischen Mixteller und Fleischgerichte wie Köfte und Leber. Und auch wenn Oskar im Tagesgeschäft eher Service übernimmt, stammen einige der Soßenrezepte von ihm höchstpersönlich. „Während Corona habe ich angefangen, zuhause in meiner Küche zu experimentieren, Freunde einzuladen und Soßen zu testen“, verrät Oskar. „Dann habe ich mich öfters gefragt: Wieso mache ich das nicht vegan? Einfach mit Tomatensoße statt mit Jogurt?“ Oskars Küchenexperimente scheinen sich gelohnt zu haben: Der vegetarische Döner („Vöner“) in der Zauberküche ist bei den Stuttgarter:innen ebenso beliebt wie der Lahmacun und das hausgemachten Börek.

Atmosphäre

„Es gibt zwei Arten von Menschen: Die einen wollen nur satt werden, die anderen möchten das Essen genießen“, sagt Oskar. Die letztere Gruppe stattet der Zauberküche vor allem in der Mittagspause gerne einen Besuch ab. Wenn’s schnell wieder zurück ins Office gehen muss, können alle Gerichte in der Zauberküche auch To-Go bestellt werden – ansonsten laden das moderne Interieur und die freundlichen Mitarbeiter:innen zum Vor-Ort-Essen ein.
Bei Unsicherheiten zu den verfügbaren Toppings und Zutaten steht das Thekenpersonal beratend zur Seite und motiviert, auch mal etwas Neues auszuprobieren. Das beste am vielfältigen Angebot der Zauberküche? Es wird nie langweilig und nach ein paar Besuchen entdeckt man die persönlichen Lieblingstoppings in Sekundenschnelle und weiß, welche Soßen man nicht mehr missen möchte.

Über Oskar

„Früher habe ich vergiftet, heute entgifte ich“, scherzt Oskar. Der Zauberküchen-Gründer spielt auf die Zeit an, als ihm noch der Soundshop und die Stereo-Bar (später: Mono-Bar) in Stuttgart gehört haben. Vom Clubbesitzer zum Veggie-Food-Anbieter? „Mir macht es Spaß, aus Nichts etwas Neues entstehen lassen“, sagt Oskar. „Wenn ich von einer Sache begeistert bin, dann kann ich mich leiten lassen.“ Der Stuttgarter hat die Gründer-Ambition an die nächste Generation der Aysel-Familie vererbt, sein Sohn betreibt den Waffel-Laden Blub im Köngisbau. Wo sich Oskar in 10 Jahren sieht? Schwer zu sagen. „Auf den Stufen im Leben sollte man nicht stehen bleiben. Sonst wird’s eintönig.“ Es bleibt also spannend, was sich Oskar Aysel als nächstes ausdenkt.
In der Zauberküche sind die Äpfel viereckig. Fragt danach!

Jakova

Haltestelle:
Gablenberg
Adresse:
GABLENBERGER HAUPTSR. 120
Kategorie:
BALKANKÜCHE
ERÖFFNET:
2012
PREISSPANNE:
6,50€ - 23,00€
ZAHLUNGSMÖGLICHKEITEN:
BAR
ÖFFNUNGSZEITEN:
MO. BIS SO. 11.00 UHR - 21.00 UHR
Manche Familien versammelt sich regelmäßig auf dem Fußballplatz, andere schnüren gemeinschaftlich ihre Wanderschuhe oder knabbern Popcorn beim Filmabend. Die Familie Goranci hat eine andere Tradition. Mit dem Jakova Premium Balkan Fast Food betreiben Gezim Goranci und seine Frau Minire einen albanischen Imbiss, der regelmäßig Chevapcici-Fans und Burger-Liebhaber:innen auf den Gablenberg lockt.

Food

Die Herkunft spielt nicht nur beim Imbiss-Betrieb eine tragende Rolle – auch bei der Rezeptentwicklung der Balkan-Delikatessen war die Goranci-Familie von Anfang an dabei. „Wir kommen aus dem Kosovo“, erzählt Minire Goranci. „Die Spezialitäten haben wir aus unserer Heimatstadt Jakova mit nach Deutschland gebracht.“ Neben typisch albanischen Gerichten wie Cevapcici bietet das Jakova auch verschiedene Burger und Salate an. Wer lieber fleischlos isst, kann die Burger auch mit Gemüse-Patty und Feta bestellen. Doch obwohl der Burger, mit oder ohne Fleisch, und auch der Djuvec-Reis mit fruchtigem Tomatenarmoa überzeugt, ist der Ayvar mit Cevapcici und hausgemachten Brot die wohl authentischste und harmonischste Kombination der Balkanküche im Jakova. „Die Gewürze sind nicht geheim, unser Rezept allerdings schon“, lacht Minire. „Es ist seit über 100 Jahren in der unserer Familie, auf der Seite meines Mannes.“ Die Großeltern und der Vater von Gezim Goranci waren in der kulinarischen Szene Jakovas bekannt, heute werden ihre Spezialitäten mit Stuttgart-Ost geteilt – das Gewürzrezept wird allerdings auch in Zukunft nur die Familie Goranci kennen.

Atmosphäre

„Miresevjen ne shtepi“ bedeutet auf Albanisch „Willkommen Zuhause“ – und genau diesen Vibe transportiert das Jakova. Besucher:innen werden mit offenen Armen empfangen und der familiäre Umgang im Team lässt die Gastfreundschaft umso herzlicher wirken. Viele der Stammgäste kommen aus Kroatien, Albanien und Serbien, allerdings will die Goranci-Familie auch deutsche Besucher:innen mit der Balkanküche für sich gewinnen. Und das funktioniert. „Viele Gäste kommen extra von außerhalb zu uns “, freut sich Minire. „Aus Ludwigsburg, aus Pforzheim und sogar aus Frankfurt. Das motiviert uns sehr.“ Viele der Jakova-Fans bestellen ihre Lieblingsgerichte bereits telefonisch vor, um sie in der Mittagspause abzuholen. Wer ein bisschen mehr Zeit mitbringt, kann es sich Indoor zwischen Kissen und albanischer Hintergrundmusik gemütlich machen. Um noch besser in die Kultur der Goranci-Familie einzutauchen, lohnt sich der Blick auf das Bronze-Bild an der Wand. Dieses zeigt den albanischen Heimatort der Familie: Jakova.

Über Minire

„Wer kauft denn Cevapcicis?“ Als Minire ihrem Mann vor über zehn Jahren die Eröffnung eines eigenen Imbisses vorgeschlagen hat, war die Resonanz eher skeptisch. Dabei hätten die Voraussetzungen für die Selbstständigkeit nicht besser sein können: Gezim ist gelernter Koch, hatte frisch seinen Job gekündigt und das Gebäude in der Gablenberger Hauptstraße gehört der Goranci-Familie. Wenn Minire heute über die Anfangszeit des Jakova nachdenkt, bekommt sie noch immer Gänsehaut: „Ein Baurechtamts-Mitarbeiter, den wir beim Genehmigungsprozess kennengelernt haben, hat mich in der Stadtbahn erkannt und versprochen, dass er wieder ins Jakova kommen wird. Für diese Bestätigung war ich sehr dankbar.“ Seitdem sind zehn Jahre vergangen und inzwischen packt auch Kastriot, der Sohn von Minire und Gezim, in der Küche mit an. „Aktuell übernimmt unser Sohn im Betrieb viele Aufgaben, aber er ärgert uns auch gerne mal“, lacht Minire. „Wir unterstützen uns gegenseitig und helfen alle zusammen mit. Familienbetrieb eben.“
Tipp der Redaktion:
Der Djuvec-Reis wird frisch auf Bestellung zubereitet. Das schmeckt man auch!

Petite France


ONLINEAUFTRITT: WEBSITEINSTAGRAM
Haltestelle:
Stadtmitte
Adresse:
EBERHARDTSTRASSE 51
Kategorie:
FRANZÖSISCHES GOURMETERLEBNIS
ERÖFFNET:
2019
PREISSPANNE:
4,90€ - 12,90€
ZAHLUNGSMÖGLICHKEITEN:
BAR, EC - UND KREDITKARTE
ÖFFNUNGSZEITEN:
DI. BIS SA. 7.00 UHR - 19.00 UHR, SO. 7.00 UHR - 15.00 UHR
Bocuse, Bordaux, „le Bleux“ und Baguette – beim Gedanken an diese französischen Nationalhelden macht sich wohl bei allen frankophilen Gourmets die Sehnsucht nach einem kulinarischen Besuch in unserem Nachbarland bemerkbar. Gut, dass es Mitten im Herzen von Stuttgart ein kleines Frankreich gibt. Bonjour et bon appetit en Petite France!

Food

Seit 2019 ist Dominique Gueydan mit seinem Team vom Petite France in der Eberhardstraße zuhause. Seine Küche steht für Abwechslung – jede Woche können sich die Kund:innen über neue Zutaten und leichte Abwandlungen der französischen Evergreens freuen. Die sieben Hauptgerichte bleiben allerdings unverändert, Baguette, Quiche, Nudelsalat, Crépes, Suppe und Salat sind immer erhältlich. Wer selbst in der Küche kreativ werden möchte, findet in Dominiques Regalen original-französischen Käse, Wein und andere Spezialitäten für ein französisches Vesper. Auch auf vegetarische Feinschmecker:innen ist das Petite France bestens vorbereitet. Quiche, Salate und Suppen werden fleischfrei angeboten, die Baguettes können auf Nachfrage auch vegan zubereitet werden. Besonders wichtig ist für Dominique: Seine Gerichte sollen wie in Frankreich schmecken! Dafür fährt der Chef sogar auf „Geschäftsreise“ in sein Heimatland, um das Petite France mit originalen Dijon-Senf oder französische Mini-Gurken zu versorgen. Auf ein Gericht ist er besonders stolz:
„Unser Flammkuchen besteht aus einem Dinkel- und Weißmehlboden, befüllt mit Créme Fraiche und einem Hauch von würziger Tomatensoße“, erklärt Dominique. „Eine der gewünschten Beilagen wie Speck, Gemüse, Lachs oder Tunfisch wird ergänzt und mit echt französischem Emmentaler überbacken. So machen wir einen Kompromiss zwischen französisch-elsässischem Flammkuchen und Pizza. Das ist unser Clou.“

Atmosphäre und Gesamterlebnis

Die Theke des kleinen Stehbistros ist sowohl mit süßen als auch deftigen Spezialitäten ausgestatten, die bei warmen Temperaturen auch an Tischen vor dem Restaurant verzehrt werden können. Im Spätsommer wird die Backstube des Petite France in die Eberhardstraße verlegt. Der Wunsch: Die Besucher:innen sollen sich direkt beim Betreten wie in einer französischen Boulangerie fühlen. Dominique verrät, dass es aktuell zwei Fraktionen an Petite France-Fans gibt: „Die eine Art von Kund:innen bestellt bei jedem Besuch das gleiche Gericht, zum Beispiel das Baguette oder eine Quiche. Die anderen probieren immer eine unterschiedliche Spezialität, da wir auch jede Woche ein neues Spezialgericht anbieten.“ Diese kulinarische Vielfalt ermöglicht Besucher:innen, zum Frühstück, Abendessen oder als Mittagssnack ihre ganz persönliche Tour de France durch die Speisekarte von Dominique und seinem Team zu unternehmen.

Über Dominque

Der Petite France-Gründer bringt bereits seit 1988 französisches Flair nach Stuttgart, mit dem Bistro „Le Tonnau“ und der Bäckerei „La Boulangerie“ an der Schwabstraße hat sich der Gastronom bereits einen Namen in der Gastroszene gemacht. Sein Geheimrezept? Die gute Beziehung zu seinen Kund:innen. „Hier in Stuttgart, wo es nicht übermäßig viel Tourismus gibt, braucht man Stammkund:innen“, sagt Dominique. „Deshalb möchte ich, dass den Leuten meine Ware und das Ambiente gefällt, so dass sie gerne wiederkommen.“ Alle seiner heutigen Mitarbeiter:innen unterstützen Dominique, der sowohl eine Ausbildung im Service als auch in der Gastronomie absolviert hat, bereits seit über zehn Jahren. Trotz dem engen Vertrauensverhältnis zu seinen Mitarbeiter:innen krempelt der Chef regelmäßig die eigenen Ärmel hoch und packt mit an. „Ich bin der Joker“, lacht Dominique. „Wenn es wo klemmt, bin ich zur Stelle. In der Küche, beim Lieferservice, in der Bäckerei, überall.“
Tipp der Redaktion:
Die Provenzialischen Flammkuchen sind die Hidden Champions auf der Karte!

Da Rossella


ONLINEAUFTRITT: WEBSITEFACEBOOK
Haltestelle:
Rathaus
Adresse:
WILHELMSTR. 12
Kategorie:
LECKER WIE VON MAMMA!
PREISSPANNE:
1,80€ - 10,50€
ZAHLUNGSMÖGLICHKEITEN:
BAR, PAYPAL, EC - UND KREDITKARTE
ÖFFNUNGSZEITEN:
MO. BIS FR. 9.00 UHR - 21.00 UHR, SA. 9.00 UHR - 18.00 UHR
Wer kennt ihn nicht? Diesen einen Vormittag, an dem alles schiefgeht, was nur schiefgehen kann. Die gute Nachricht: Der Tag kann nur besser werden. Für den kulinarischen Mood-Boost gibt es ein Geheimrezept, und dieses besteht aus Kohlenhydraten, Käse und fängt vorzugsweise mit dem Anfangsbuchstaben P an. Wer sich mit Pizza und Pasta die Mittagszeit versüßen möchte, ist in der Wilhelmstraße 12 goldrichtig. Benvenuti a Da Rossella!

Food

Nur wenige Kilometer von der Pizza-Hochburg Neapel entfernt liegt Salerno, eine Stadt in Süditalien. Von hier stammen Rossella und ihre Familie – inzwischen wohnen sie in Stuttgart, die Liebe zur italienischen Küche haben sie nach Deutschland mitgebracht. Das Menu im Da Rossella ist vielseitig, neben den Italo-Klassikern können sich die Gäste durch selbstgemachte Büffelmozzerella, italienische Wurst (für Profis: Salsice) und verschiedene Desserts durchprobieren. Jeweils einmal pro Woche bietet das Team vom Da Rossella auch Hähnchen und Fisch an. „Arancini sind unsere Spezialität“, sagt Francesca, die Nichte von der Imbiss-Chefin Rossella. Dabei handelt es sich um gefüllte Reisbällchen, die man beispielsweise mit Fleisch oder Mozzarella bestellen kann. „Zu unseren beliebtesten Gerichten gehört außerdem unsere Pasta mit Aubergine und Mozzarella. Das Tiramisu ist auch sehr lecker“, ergänzt Francesca. Die Gemüse-Spezialitäten machen das Da Rossella auch zu einer guten Option für Vegegetarier:innen – auf Nachfrage können einige Gerichte auch vegan zubereitet werden.

Atmosphäre und Gesamterlebnis

Wer sich von der Wilhelmstraße 12 einen mediterranen Naherholungsort à la „Urlaub in Italien“ erhofft, wird vom Einkaufsgetümmel im Rewe und der Warteschlange beim Bäcker Katz wohl eher enttäuscht. Umso schöner, wenn man die Türe das Da Rossella passiert: Die Atmosphäre ist laut, warmherzig und ein bisschen chaotisch – Italien eben! Im Imbiss arbeiten Pizza- und Pastabäcker gemeinsam mit Rossella, die Bestellungen aufnimmt und alle Fäden zusammenhält. Bei der ausgelassenen Stimmung unter den Angestellten kann es gut vorkommen, dass zwischen Pfanne und Kochlöffel die ein oder andere Danceparty zu Italo Disco gefeiert wird. Die Chefin ist zuvorkommend und lässt die Kundschaft gerne probieren – lustige Verständigungsprobleme inklusive. „Viele unserer Gäste sind Schüler:innen“, erklärt Francesca. „In ihrer Mittagspause kommen sie oft zu uns, viele Kund:innen machen auch nach ihrem Wocheneinkauf bei uns Halt.“

Über Rossella

Für Rossella ist der Geschmack der Gerichte und der freundliche Umgang mit den Kund:innen essenziell. Dazu kommt, dass die Italienerin einen Weg gefunden hat, die abendlichen Imbiss-Reste sinnvoll zu verwerten und dabei sogar noch etwas Gutes zu tun: „Wenn Essen übrigbleibt, wird es gespendet“, erklärt Francesca. „Menschen ohne festen Wohnsitz und andere Bedürftige können nach Feierabend bei uns vorbeikommen und sich Gerichte abholen, die am Tag übriggeblieben sind.“ Italienisches Soulfood mit sozialem Engagement – besser geht’s nicht, oder anders gesagt: È fantastico!
P-I-N-S-A > P-I-Z-Z-A

Imbiss Bagdad


ONLINEAUFTRITT: WEBSITE
Haltestelle:
Daimlerplatz
Adresse:
BRUNNENSTRASSE 53
Kategorie:
ORIENTALISCHE SPEZIALITÄTEN
ERÖFFNET AM:
BAGDAD 1: 2015, BAGDAD 2: 2017
PREISSPANNE:
4,50€ - 20,00€
ZAHLUNGSMÖGLICHKEITEN:
BAR & KARTE (ALLE KARTEN)
ÖFFNUNGSZEITEN:
DI. BIS SA. 11.30 UHR - 22.00 UHR, SO. 12.30 UHR - 21.00 UHR
Auf der Suche nach einem leckeren Lunch-Spot oder Late-Night-Snack lohnt es sich durchaus, einen Blick über den kulinarischen Tellerrand von Stuttgart City zu werfen. Zum Beispiel in Richtung Bad Cannstatt, Wilhelmsplatz. Diese Area hat eine vergleichsweise hohe Imbissdichte, die auch international locker mit S-Süd, Nord, West und Ost mithalten kann. Einen besonderen Food-Spot gibt es in der Brunnenstraße, nur wenige Gehminuten vom Cannstatter Kurpark. Hier hat Akil Fouad Ahmed 2015 einen Imbiss eröffnet und nach seiner Heimatstadt benannt: Bagdad.

Food

Um extra für einen Snack mit der Stadtbahn nach Bad Cannstatt zu fahren, muss diese Spezialität aus dem 0815-Mittagspausenraster herausstechen. Akil Fouad Ahmed schafft es täglich, die gesamte Stuttgart-Area in seinem Imbiss zu versammeln. „Viele Kund:innen kommen extra für die Falafel von weit her“, freut sich der Inhaber vom Bagdad. „Unsere Gewürze sind besonders, sie kommen direkt aus dem Iran und unseren Kund:innen fällt deren Frische sehr positiv auf.“ Kein Wunder, denn in Bad Cannstatt ist wohl der heilige Gral der Kichererbsenküche zuhause. Das hausgemachte Falafel-Rezept wird seit 75 Jahren in der Ahmed-Familie weitergegeben – vom Opa an den Onkel, vom Onkel an Akil und von Akil an ganz Stuttgart und Umgebung.
Über den Falafelwrap können sich übrigens auch Vegetarier- und Veganer:innen freuen. Eine Gemeinsamkeit haben alle Gerichte aus dem Bagdad: Qualität steht an erster Stelle, so auch bei den Gewürzen. „Teilweise mischen wir 14 bis 15 verschiedene Gewürze im Familienrezept zusammen“, verrät Akil. „So kommt beispielsweise der Safran direkt aus dem Iran. Das Hähnchen wird einen Tag zuvor in Safran eingelegt, wir ergänzen Jogurt, Schwarzpfeffer, Zwiebeln und Knoblauch. Qualität hat einen Preis, aber wenn unsere Kund:innen dafür wöchentlich fast jeden Tag ins Bagdad kommen, ist es uns das wert.“

Atmosphäre und Gesamterlebnis

In einer multikulinarischen Area wie im Zentrum von Bad Cannstatt würde man annehmen, dass die Menschen ihrer Heimatküche treu bleiben und ihre Snacks dort suchen, wo sie sich ganz persönlich zuhause fühlen. Mit dem Bagdad-Imbiss möchte Akil das genaue Gegenteil erreichen: Eine Kulinarik, in der sich alle Nationen wohlfühlen. „Unsere Stammkunden kommen aus dem Iran, Pakistan, der Türkei und ganz Europa. Mein Ziel war es, dass alle Nationalitäten das Essen im Bagdad genießen können und nicht nur eine.“, erklärt Akil. Die Vielseitigkeit des Kundenstamms im Imbiss resultiert auch daraus, dass Akil und seine Frau die kulinarischen Geheimnisse zweier Länder mit in die Küche bringen. Der Besitzer stammt aus dem Irak, seine Frau wurde im Iran geboren. Um in Zukunft noch mehr Kund:innen mit Falafel, Schawarma und persischen Grillspezialitäten den Tag zu versüßen, hat Akil schon konkrete Pläne: Die Vergrößerung des Bagdad-Imbiss ist von städtischer Seite bereits genehmigt.

Über Akil

„Ich habe klein angefangen“, erzählt Akil. Acht Jahre lang hat er beim libanesischen Imbiss Beirut am Josef-Hirn-Platz gearbeitet. Trotz vermeidlicher Konkurrenzsituation steht Akil mit seinem ehemaligen Chef noch immer im Kontakt, für ihn hat der Bagdad-Inhaber sogar eine Art Vaterrolle eingenommen. Die kulinarischen Skills hat Akil allerdings direkt an der Quelle erlernt, sein Onkel im Iran hat ihm alles übers Kochen beigebracht. Nach dem großen Erfolg des Cannstatter Imbiss expandierte der Inhaber 2017 in die Paulinenstraße und der Stuttgarter Süden ist seitdem um einen hoch frequentierten Lunch-Spot reicher. Trotz der angestrebten Vergrößerung des Cannstatter Imbiss verliert Akil die Prioritäten des Bagdad nicht aus dem Blick: „Das Geld steht nicht an erster Stelle. Qualität und freundliche Mitarbeiter allerdings schon. Wenn diese beiden Aspekte stimmen, dann kommt der Erfolg von ganz allein.“
Tipp der Redaktion:
Der selbstgemachte Ayran mit Minze passt zu jedem Gericht auf der Karte!


Produktion: Anna Ross
Fotografien: Saeed Kakavand
Redaktion: Matthias Straub, Anna Ross, Katja Wanke

ENTDECKER-TOUR

Kategorien.